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Magazin

13.05.2019

Wenn das eigene Instrument noch nicht optimal ist

Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,

es gibt die Momente, wenn man sich an das eigene Instrument setzt, in denen man sich immer wieder Fragen stellt wie: Sollte der Bass nicht doch ein wenig voluminöser klingen, der Diskant ein wenig brillanter? Sollte der Anschlag am Instrument nicht ein wenig leichter sein, oder etwas gleichmäßiger?

Nun, viele geben sich einfach mit dem Zustand zufrieden, in dem sich ihr Instrument befindet. Zwar lassen sie ein bis zwei Mal im Jahr den Klavierstimmer kommen, wollen aber nicht allzu viel Geld investieren, um den gerade einmal vor Ort befindlichen Techniker mit den Kleinigkeiten, die sie stören könnten, zu konfrontieren. Die Angst vor Investitionen geht da mit einher. Das Ergebnis: Oftmals schauen sich Besitzer eigentlich guter Instrumente bald schon nach neuen um, die vielleicht mehr ihrem Geschmack entsprechen könnten.

Dabei ist es so, dass zahllose, gerade ältere Instrumente, eine solch gute klangliche und spieltechnische Grundlage bieten, dass es oftmals eine Schande ist, wenn man sieht, dass sie gegen preiswerte neue Instrumente aus Fernost ausgetauscht werden.

Was man machen kann? Man kann mit einem guten Klaviertechniker besprechen, welche Wünsche man an sein Instrument stellt. Oftmals sind es Kleinigkeiten, die der Klavierbaumeister ohne großen Aufwand in einigen Stunden am Instrument in den eigenen vier Wänden bewerkstelligen kann, um den Klang zu ändern, die Spielart neu einzustellen.

Natürlich sind bei allen Möglichkeiten Grenzen gesetzt. Daher sollte man auch bei einem älteren Instrument den Klavierbaumeister frühzeitig ansprechen, um seine Wünsche mitzuteilen, die Möglichkeiten zu besprechen, da dann das Instrument eigentlich noch in einem guten Zustand ist und die Kosten für Änderungen weniger höher sind, als viele Klavierspieler annehmen. Das Stechen und Bearbeiten der Hammerköpfe, die Einstellung der Mechanik kann Wunder bewirken. Aber man muss mitteilen, was man will. Und man muss auch insistieren, sich nicht von der Meinung anderer beeinflussen lassen, auch nicht von der des Klavierbaumeisters …

Schließlich wollen Sie mit Freude am Klang und der Spielweise ihres Instruments haben, nicht andere. Daher gilt auch hier – wie so oft im Leben – sich klarzumachen, was man will, wie das Instrument nach eigenem Bedürfnis im perfekten klanglichen wie spieltechnischen Zustand sein soll. Dies alles gilt natürlich auch, wenn Sie ein gebrauchtes oder ein neues Instrument im Handel erstehen wollen. Das, was Ihnen angeboten wird, ist nicht zwingend das Endergebnis.

Ansonsten hätten es die Pianisten auf den Bühnen der Welt schwer, wenn sie sich immer damit zufrieden geben müssten, was sie vorfinden. Auch sie besprechen mit dem Klaviertechniker, welche Kleinigkeiten sie verändert haben wollen, um den für sie persönlich besten Klang und die beste Spielweise haben zu können. Machen Sie es genauso!

Carsten Dürer
- Chefredakteur PIANONews -

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